RacheFürCarlo http://RacheFuerCarlo.blogsport.de Fri, 02 Sep 2011 18:20:30 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Auswertung des EA zur Demo http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/09/02/auswertung-des-ea-zur-demo/ http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/09/02/auswertung-des-ea-zur-demo/#comments Fri, 02 Sep 2011 18:20:30 +0000 Administrator Allgemein http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/09/02/auswertung-des-ea-zur-demo/ Der Ermittlungsausschuss hat seine Auswertung zur Demo am 16. Juli veröffentlicht.

„Die Demonstration, die am 16.07.2011 statt gefunden hat war unangemeldet- eine Besonderheit, die den EA veranlasst einen kleinen Überblick über die Maßnahmen der Repressionsorgane, und den Widerstand dagegen zu geben.

Es wurden uns ca. 35 Festnahmen gemeldet, was auch mit den Angaben der Bullen hinhaut. Wir finden es gut, dass die „Melde-Praxis“ so gut funktioniert hat. Vielleicht ist dies darauf zurück zu führen, dass Leute in Bezugsgruppen unterwegs waren und/oder gut aufeinander geachtet haben.

Zunächst ist es bemerkenswert, dass eine unangemeldet Demonstration so ein großes Mobilisierungspotenzial gezeigt hat. Die Demonstrationen, die der EA Berlin bisher währenddessen und im Nachhinein betreut hat sind größtenteils angemeldet. Daher fiel vielen von uns positiv auf, dass die Demo tatsächlich ein Stück durch Kreuzberg laufen konnte, ohne von der Polizei angegriffen zu werden.
Da in letzter Zeit vermehrt diskutiert wird, inwiefern von Anmeldungen bei der Polizei abzusehen ist, sollte dies unsrer Ansicht nach als Positivbeispiel unterstrichen werden.

Obwohl die Demonstration nicht angemeldet war, war sie aus Sicht des EA gut vorbereitet – insbesondere der Kontakt zum EA lief super. Es ist gut zu sehen, dass die Orga-Leute Verantwortung für die Demo-Teilnehmenden übernehmen, das heißt im Einzelnen auch einen guten Kontakt zu Antirepressionsstrukturen aufzubauen, damit Festgenommene versorgt werden. Der Telefondienst an diesem Abend wurde regelmäßig über den Stand der Dinge informiert, sodass wir uns ein gutes Bild von der Lage machen konnten.

Nicht zu vergessen ist der Prisoner Support, der sich spontan nach dem D.I.Y.-Prinzip zusammen fand. Die Bezugsgruppe, deren Freund festgenommen wurde setzte sich mit dem EA in Verbindung und informierte uns darüber, dass sie nun vor der Polizeistation am Tempelhofer Damm einen spontanen Prisoner Support einrichten werden. Das gab uns vom EA die Möglichkeit, alle anderen zu informieren, die uns festgenommene Freund_innen und Bekannte meldeten. So wuchs der Prisoner Support mehr und mehr, und es konnten sogar Schichten eingeteilt werden.

Im Übrigen fiel uns auf, dass die Polizei derart wahllos Leute fest nahm, dass sie viele wieder aus der Wanne heraus entlassen haben, ohne in Gewahrsam verbracht worden zu sein.

Leider hieß dies aber auch für viele, dass sie Verletzungen davon getragen haben. Wir wünschen den Verletzten eine gute Besserung und hoffe, dass ihr euch ärztliche Atteste für eventuelle Gerichtsverfahren besorgt habt.

Auch fiel uns eine wohl neue Repressionspraxis gegen Vermummung auf. Festgenommenen Personen wurde von den Beamt_innen gesagt, sie sollen sich vermummen, woraufhin sie fotografiert wurden. Grundsätzlich gilt: Ihr müsst nicht aktiv an solchen Maßnahmen mitwirken! Im Ergebnis werden die Bullen euch eventuell den vermeintlichen Vermummungsgegenstand selbst umlegen, aber hiergegen solltet ihr unbedingt Widerspruch einlegen, und diesen dokumentieren lassen! Auch wenn dies nach einer legalistischen Protestaktion klingt, haben wir die Erfahrung gemacht, dass Widersprüche nicht umsonst sind. Insbesondere wenn es von den Bullen heißt „Vermummen Sie sich so, wie Sie eben auf der Demo vermummt waren“ könnte dies gegen das Selbstbelastungsverbot verstoßen. Überlegt euch also, ob ihr an dieser Maßnahme wirklich freiwillig mitwirken wollt!
Solltet ihr mit einem Gerichtsverfahren konfrontiert sein, kommt in unsere Sprechstunde. Wir vermitteln Anwält_innen und können gemeinsam eine politische Gestaltung des Verfahrens besprechen.“

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Soliparty wegen Demo http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/08/17/soliparty-wegen-demo/ http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/08/17/soliparty-wegen-demo/#comments Wed, 17 Aug 2011 14:41:55 +0000 Administrator Allgemein http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/08/17/soliparty-wegen-demo/ Samstag, 27.August, 21:00 Dorfplatz„We never forget“ – Prisoner Support lädt ein zur Soliparty-Dorfplatz-Punkrockpoptrashdisco mit Cocktails und Überraschungen. Eintritt: Spende. Soli für Rote Hilfe/EA für Antirepressionsarbeit im Zusammenhang mit der „Rache für Carlo“-Demo am 17.6.
Die Party findet auch im XB statt.
„Die Ermittlungen zu den insgesamt 37 eingeleiteten Verfahren wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz dauern an.“ (Polizeiticker)

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Video/Funk http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/27/videofunk/ http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/27/videofunk/#comments Wed, 27 Jul 2011 18:34:31 +0000 Administrator Allgemein http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/27/videofunk/ Folgende Links wurden uns zugeschickt:

Video von der Carlo Gedenk Demo mit Bullenfunk hinterlegt:

Video Download: http://www.megaupload.com/?d=AGHE8V91

Funk als Audiodatei (Gesamte Mittschnitt des Abend) Länge: 2:47 Std.: http://uploaded.to/file/7xc3jx4v

Update:

Video wurde auch hier gehostet: http://www.megavideo.com/?d=AGHE8V91

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Text aus Kreuzberg http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/24/text-aus-kreuzberg/ http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/24/text-aus-kreuzberg/#comments Sun, 24 Jul 2011 16:57:55 +0000 Administrator Allgemein http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/24/text-aus-kreuzberg/ Folgendes Plakat haben wir an Häuserwänden in Kreuzberg gesichtet:

plakatin36

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Plakate in Rom http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/23/plakate-in-rom/ http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/23/plakate-in-rom/#comments Sat, 23 Jul 2011 12:58:37 +0000 Administrator Allgemein http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/23/plakate-in-rom/ Diese Plakate sind in Rom aufgetaucht:

plakatrom1

plakatrom2

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[FFM] Soli-Aktion für Carlo Giuliani http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/23/ffm-soli-aktion-fuer-carlo-giuliani/ http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/23/ffm-soli-aktion-fuer-carlo-giuliani/#comments Sat, 23 Jul 2011 12:38:46 +0000 Administrator Allgemein http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/23/ffm-soli-aktion-fuer-carlo-giuliani/ In der Nacht von Donnerstag, den 21.07.2011 auf Freitag, den 22.07.2011 haben wir die Scheiben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Bornheim eingeworfen. Anlass für diese Aktion war der zehnte Todestag von Carlo Giuliani, der beim G8-Gipfel in Genua von einem Bullen erschossen wurde. Der Polizist wurde von einem italienischen Gericht, wegen angeblicher Notwehr unbestraft, freigesprochen.
Unsere Aktion richtet sich gegen die repressive Staatsmacht, die Menschenleben in Kauf nimmt.

Die Ermordung von Carlo ist kein Einzelfall!
Die Morde seitens der Polizei ziehen sich hin von Toten auf Demonstrationen wie z.B. Conny, bis hin zu der vor kurzem ermordeten Christi Schwundeck im Arbeitsamt in Frankfurt am Main.

Als symbolischer Angriff auf den Staat, der nicht ohne Unterdrückung, Arbeitszwang und Ausgrenzung funktioniert, wurden die Scheiben der GdP eingeworfen.
Außerdem haben wir keinen Bock auf die ständigen Angriffe auf unseren Kampf für ein befreites Leben durch das Konstrukt Staat. Dies impliziert die Ausbeutung des Individuums als Produkt für den Arbeitsmarkt und die Auf- bzw. Abwertung des Menschen, durch seine Funktion für die Nation.

Wir solidarisieren uns mit den weltweiten sozialen Bewegungen.
Für eine revolutionäre Perspektive!
Autonome Glaser-Innung

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Münster: Spontandemo für Carlo http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/23/muenster-spontandemo-fuer-carlo/ http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/23/muenster-spontandemo-fuer-carlo/#comments Sat, 23 Jul 2011 12:31:45 +0000 Administrator Allgemein http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/23/muenster-spontandemo-fuer-carlo/ munster

Am Mittwochabend (20.7.2011) demonstrierten spontan ca. 30 bis 40 Antifaschist_innen in Münster (Westf.) zum Gedenken an Carlo Giuliani. Anlass war der 10. Jahrestag der Ermordung von Carlo, der während der Anti-G8 Proteste im italienischen Genua durch die Bullen erschossen wurde. Die Demonstration zog geschlossen und lautstark mit Pyrotechnik (auf Böller wurde bewußt verzichtet) durch die Innenstadt. Unter anderem wurden Parolen wie: „Genua das war Mord – Widerstand an jedem Ort“, „No Justice, No Peace – fight the Police“ und ähnliches gerufen. Nebenbei wurden an Passant_innen Flyer verteilt, die Reaktionen darauf waren geteilt. Nachdem nach einer halben Stunde die ersten Bullenwannen auftauchten zerstreuten sich alle Aktrivist_innen. Keinen Moment zu früh, da die Bullen mit einem riesigen Aufgebot (20 Streifen und ein paar Wannen) die Innenstadt kontrollierten. Festnahmen sind uns nicht bekannt.

Aber auch in der davorliegenden Nacht kam es augenscheinlich in der Region zu zahlreichen Soli- und Vorfeldaktionen zum Gedenken an Carlo. So tauchte in Rheine ein Transparent, zahlreiche Graffitis und Aufkleber auf. In Münster konnte mensch auch zahlreiche Aufkleber im Innenstadtbereich entdecken. Auch in Hamm gab es eine Sprüh- und Aufkleberaktion.

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http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/23/muenster-spontandemo-fuer-carlo/feed/
[Aachen] Demo für Carlo Giuliani http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/23/aachen-demo-fuer-carlo-giuliani/ http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/23/aachen-demo-fuer-carlo-giuliani/#comments Sat, 23 Jul 2011 12:26:38 +0000 Administrator Allgemein http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/23/aachen-demo-fuer-carlo-giuliani/ Am Freitag, den 22. Juli fand in Aachen eine Demonstration in Gedenken an Carlo Giuliani statt. Carlo wurde 2001 im Rahmen der Proteste gegen den G8-Gipfel in Genua von Carabinieri (paramilitärische Polizeitruppen) gezielt erschossen. Sein Tod wurde in den Polizeikasernen Genuas, dem Austragungsort des Gipfels, mit Sekt und dem Hitlergruß gefeiert.

Doch die Ermordung Carlos war lediglich „die Spitze des Eisberges“, wie es in einer Rede bei der Auftaktkundgebung am Theaterplatz hieß.
So stürmten Polizist*innen beispielsweise in der Nacht vom 22. auf den 23. Juli 2001 die Diaz-Schule, in der G8-Gegner*innen ünbernachteten. Dabei schlugen sie auf die Schlafenden ein, was mehr als 60 Schwerverletze zur Folge hatte. Gerechtfertigt wurde dieser Überfall mit gefälschten Beweisen, wie z.B. von der Polizei mitgebrachten „Molotov-Cocktails“.

Bei den Gipfel-Protesten Inhaftierte wurden auf der Polizeikaserne Bolzaneto gefoltert: Sie mussten sich nackt ausziehen, wurden gepeinigt, verhöhnt und geschlagen, Piercings wurden herausgerissen und sie wurden gezwungen faschistische und antisemitische Lieder zu singen.
Doch auch die vielen Demonstrationen wurden von der Gewalt der Polizei überschattet. Demonstrant*innen, Journalist*innen und Ärzt*innen wurden auf brutalste Weise von der Polizei verprügelt und mit Tränengas beschossen.

Hingewiesen wurde in der Rede auch auf die Repression gegen Stuttgart21-Gegner*innen oder die Demokratiebewegungen in Nordafrika. Doch auch zwei aktuelle Fälle aus Aachen wurden berichtet, welche am 20. Juli mittels einer Kundgebung vor der Polizeiwache in der Kasernenstraße kritisiert wurden.

Die Demo lief lautstark durch die Innenstadt. Dabei kam es immer wieder zu kleineren Schikanen seitens der Polizei, wie beispielsweise das Verbot, Einzelpersonen auf dem Gehweg anstatt auf der Straße laufen zu lassen. Bereits im Vorfeld machte die Polizei deutlich, wie sie Kritik an ihrem repressiven und tödlichen Vorgehen aufnimmt: mit schikanösen Demo-Auflagen. Es war beispielsweise Verboten einen „schwarzen Block“ zu bilden und es sollte zwischen Transparenten drei Meter Abstand gehalten werden. Diese Auflagen wurden allerdings nicht durchgesetzt. Beizeichnend sind sie trotzdem. Während der Demo hielt sich die Polizeo allerdings weitesgehend zurück.

Da die Route der Demo sehr lang war, war gegen Ende bei vielen die Luft raus, sodass wohl alle froh waren, als die Demo endlich nach über zwei Stunden am Autonomen Zentrum ankam, wo noch gemütlich beisammen gesessen wurde. Die Gemütlichkeit wurde allerdings dadurch getrübt, dass in der Gegend eine größere Gruppe von Nazis unterwegs war, die offenbar darauf aus war, Demoteilnehmer*innen abzufangen.

Schön war, dass einige Genoss*innen aus anderen Städten teilgenommen haben. Vielen Dank an dieser Stelle an Euch!

Carlo lebt in unseren Kämpfen weiter.
Von Aachen bis nach Genua.

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http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/23/aachen-demo-fuer-carlo-giuliani/feed/
Konzepte offensiver Meinungsbildung http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/22/konzepte-offensiver-meinungsbildung/ http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/22/konzepte-offensiver-meinungsbildung/#comments Fri, 22 Jul 2011 14:10:43 +0000 Administrator Allgemein http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/22/konzepte-offensiver-meinungsbildung/ gefunden auf linksunten.indymedia.org:

„Während der Jahrestag der Ereignisse von Genua in Italien schon seit Wochen Gegenstand medialer Berichterstattung ist und sich breite Spektren aus der Linken dort mit dem Thema befassen, ist Carlo Giuliani erst seit der unangemeldeten Demo am 16. Juli hier wieder auf die Tagesordnung gekommen.

Anscheinend hat das bewusste Nichtanmelden der Demonstration in Kreuzberg also einen Erregungskorridor geöffnet, indem sowohl Linksradikale agieren als auch die Presse ein Echo gibt.

Damit stellt sich die Frage warum das bei anderen Themen selten gelingt. Zum Beispiel wurde zu recht bedauert, dass die Oury Jalloh Demo am gleichen Tag kaum Aufmerksamkeit erfuhr.

Am Anfang jeder Planung zu einer Demonstration steht der Wille eine bestimmte Angelegenheit zu verbreiten, um die allgemeine Öffentlichkeit zu erreichen und auch das eigene Lager zu vereinen; insgesamt also diese spezielle Sache ins Bewusstsein zu tragen um damit ein Handeln auszulösen.

Die Art und Weise der Demonstrationen haben dabei in den letzten Jahren kaum eine Entwicklung erfahren. Methoden und stilistische Elemente aus den 80er Jahren kommen ständig zur Anwendung obwohl die dafür notwendige Durchsetzbarkeit gegenüber der Polizei nicht vorliegt, denn diese hat sich rasant weiter entwickelt.
Dadurch wirken viele Demos mit „Schwarzem Block“ an der Spitze schwach. Sie können weder Vermummung durchsetzen noch Beschlagnahme von Transpis oder Festnahmen verhindern. Durch Wanderkessel wird auch die Ausstrahlung erheblich eingeschränkt.
Gegenüber früher hat die Polizei ihre personelle Stärke bei Demos erhöht, sie ist flexibler und besser geschützt. Statt solidarisierender Frontalangriffe gibt es gezielte Festnahmen.

Von unserer Seite wurde darauf bislang kaum reagiert. Alleine ein sich ständig durch die Reihen pflügender Lautsprecherwagen verhindert oft eine Widerstandsfähigkeit der Spitze. Und dabei kommt aus dem Lauti überproportional viel Musik. Zum Musik hören sollten jedoch eher Partys genutzt werden. Dazu frisst der Lauti von der veranstaltenden Gruppe viel Kraft und Personal, die woanders fehlen.
Negativ wirken sich zudem die ewigen Zwischenkundgebungen auf die Dynamik aus. Bei Demos, die öfter stehen bleiben um Redebeiträgen zu lauschen, macht sich Ermüdung breit. Uns fällt kaum eine Demo ein, die danach nochmal die Initiative ergriffen hat.

Besonders frustrierend ist die Prozedur der Anmeldung und Kooperation mit dem Ansprechbullen während der Demo. Dadurch wird bei vielen Demos das Anliegen auf den Kopf gestellt.

Die Demonstration am 16. Juli in Kreuzberg hat gezeigt, dass auf vieles verzichtet werden kann. Über den Zwang zur Anmeldung gibt es momentan intensive Überlegungen. In einem Artikel von Peter Nowak im Neuen Deutschland wird die Ansicht vertreten, dass eine Anmeldung gar nicht vom Gesetz gefordert wird, dokumentiert hier: http://rachefuercarlo.blogsport.de/presse/

Tatsächlich kennen die meisten Länder in Europa dieses Anmeldeverfahren nicht und auch in Deutschland gibt es Städte wo es ohne geht. Das Grundrechtekomitee wird demnächst auf seiner Jahrestagung diese Frage näher untersuchen, siehe http://www.grundrechtekomitee.de/node/408

Sicherlich lassen sich angekündigte Demos ohne Anmeldung nicht beliebig oft durchsetzen. Jedoch spricht einiges dafür in geeigneten Fällen mehr Energie in die Mobilisierung zu stecken als in die Orga bei der Demo selbst. Die Wirkung, die die Genua Demo letzten Samstag entfalltet hat, könnte bei ähnlichen Anlässe auch erreicht werden. So hat zum Beispiel die jährliche Silvio-Meier-Demo durch Repression in ihrer bisherigen Form schon für einige Frusterlebnisse gesorgt.

Um die Strasse als Resonanzkörper für linksradikale Botschaften zu nutzen, sollte der Bruch von Regeln häufiger eine Option sein. Wozu ein V.i.S.d.P. auf den Plakaten? Warum einen Verantwortlichen nennen? Weshalb sich auf Diskussionen über Transpilängen oder Routen einlassen?

Das soll kein Plädoyer für militante Demos sein, die Fähigkeit zu autonomen Handeln ist jedoch weiterverbreitet als sie in den meisten 08/15 Demos zum Tragen kommt.
Beispiel Carlo-Demo: Die Demo war nicht martialisch bewaffnet, weil sie nicht um jeden Preis die Konfrontation suchen sollte. So war es mit Verweis auf Plan B angekündigt. Beim ersten Angriff auf die Spitze wurde deshalb sehr dosiert reagiert. Auf dem Video http://www.youtube.com/watch?v=BToHzLenCaM ist ab 0:45 zu sehen wie die Cops fast in die Demo reinfahren und rausspringen. Dann sind Stein- und Flaschenwürfe hörbar, die Spitze läuft weiter, der Rest geht zurück in eine andere Strasse.

Dieses Spaltenlassen wurde in einigen Indykommentaren als schwach und lasch kritisiert. Dabei gab es nun zwei Demos, die Polizei musste beiden hinterherlaufen, der Bereich in dem die Demo eine Aussenwirkung auf Passanten und Anwohner entfalten konnte, hat sich in Minuten stark vergrössert. Wäre die Demo geschlossen stehen geblieben, hätte das im Umkreis von hundert Metern gewirkt. So wurde der Bereich zwischen Reichenberger/ Ecke Lausitzer und Kotti, O-platz bis Engelbecken schnell zum Aktionsgebiet.

Wenn ein Anliegen in der Öffentlichkeit vertreten werden soll, dann müssen andere Wege gefunden werden als die ritualisierten Demonstrationen, die uns oft mit Ratlosigkeit zurücklassen. Auch im Bezug auf den letzten G8 Gipfel in Frankreich lohnt sich das zu diskutieren. Denn wenn die Großdemos zur roten Zone nicht mehr das Mittel der Wahl sein sollen, muss es etwas anderes sein.

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http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/22/konzepte-offensiver-meinungsbildung/feed/
Saarbrücken: 10. Todestag von Carlo Giuliani http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/22/saarbruecken-10-todestag-von-carlo-giuliani/ http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/22/saarbruecken-10-todestag-von-carlo-giuliani/#comments Fri, 22 Jul 2011 14:07:18 +0000 Administrator Allgemein http://RacheFuerCarlo.blogsport.de/2011/07/22/saarbruecken-10-todestag-von-carlo-giuliani/ gefunden auf linksunten.indymedia.org:

„Polizeischikane und 13 Festnahmen bei spontanem Demonstrationszug durch die Innenstadt

Am Mittwoch Abend, den 20. Juli 2011, zog eine unangemeldete Demonstration durch die Saarbrücker Innenstadt. Anlass der Demonstrant_innen war der 10. Todestag des italienischen Aktivisten Carlo Giuliani. Dieser wurde während der schweren Auseinandersetzungen, rund um den G8 Gipfel 2001 in Genua von einem Carabinieri ermordet.

Kurz nach 18.00 Uhr startete die, etwa 30 Personen große, Spontandemo mit einer Runde durch das Nauwieser Viertel. Neben Parolen (Carlo Giuliani – das war Mord; Carlos Blut auf dem Asphalt – die Bullen ham‘ ihn abgeknallt etc.) sorgte ein Transparent und massenhaft am Rand des Zuges verteilte Flyer für die nötige Aufmerksamkeit und Information der Passant_innen.

Als die Demo sich auf der Bleichstraße, Richtung St. Johanner Markt bewegte, fuhr ein erster Streifenwagen an den Demonstrant_innen vorbei und bremste vor diesem scharf ab, augenscheinlich um den Zug aufzuhalten. Daraufhin bog die Demo in eine Seitengasse ein und erreichte über Umwege den zentralen Marktplatz in der Innenstadt. Von dort aus ging es weiter durch die Fußgängerzone, Richtung Hauptbahnhof.

Inzwischen trafen immer mehr Einsatzkräfte der Polizei ein, die zu Beginn jedoch noch umgangen werden konnten, da sie sich aufgrund ihrer anfänglichen, zahlenmäßigen Unterlegenheit zunächst zurück hielten. Auf Höhe des Karstadt löste sich die Demonstration aufgrund immer höherer Polizeipräsenz auf und die Menschen zerstreuten sich in verschiedene Richtungen. Jedoch wurden mehrere Kleingruppen vor der Europa-Galerie von, mitlerweile eingetroffenen Einheiten der Bereitschaftspolizei, gestellt und nach einer kurzen Verfolgungsjagd durch den Konsumtempel überwältigt und mit Handschellen abgeführt.

Alle Festgenommenen wurden auf die Innenstadtwache „Karcherstraße“ verbracht, wo sie abfotografiert und durchsucht wurden. Gegen alle wurden Anzeigen, u.A. wegen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und Beleidigung erhoben.

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