Auswertung des EA zur Demo

Der Ermittlungsausschuss hat seine Auswertung zur Demo am 16. Juli veröffentlicht.

„Die Demonstration, die am 16.07.2011 statt gefunden hat war unangemeldet- eine Besonderheit, die den EA veranlasst einen kleinen Überblick über die Maßnahmen der Repressionsorgane, und den Widerstand dagegen zu geben.

Es wurden uns ca. 35 Festnahmen gemeldet, was auch mit den Angaben der Bullen hinhaut. Wir finden es gut, dass die „Melde-Praxis“ so gut funktioniert hat. Vielleicht ist dies darauf zurück zu führen, dass Leute in Bezugsgruppen unterwegs waren und/oder gut aufeinander geachtet haben.

Zunächst ist es bemerkenswert, dass eine unangemeldet Demonstration so ein großes Mobilisierungspotenzial gezeigt hat. Die Demonstrationen, die der EA Berlin bisher währenddessen und im Nachhinein betreut hat sind größtenteils angemeldet. Daher fiel vielen von uns positiv auf, dass die Demo tatsächlich ein Stück durch Kreuzberg laufen konnte, ohne von der Polizei angegriffen zu werden.
Da in letzter Zeit vermehrt diskutiert wird, inwiefern von Anmeldungen bei der Polizei abzusehen ist, sollte dies unsrer Ansicht nach als Positivbeispiel unterstrichen werden.

Obwohl die Demonstration nicht angemeldet war, war sie aus Sicht des EA gut vorbereitet – insbesondere der Kontakt zum EA lief super. Es ist gut zu sehen, dass die Orga-Leute Verantwortung für die Demo-Teilnehmenden übernehmen, das heißt im Einzelnen auch einen guten Kontakt zu Antirepressionsstrukturen aufzubauen, damit Festgenommene versorgt werden. Der Telefondienst an diesem Abend wurde regelmäßig über den Stand der Dinge informiert, sodass wir uns ein gutes Bild von der Lage machen konnten.

Nicht zu vergessen ist der Prisoner Support, der sich spontan nach dem D.I.Y.-Prinzip zusammen fand. Die Bezugsgruppe, deren Freund festgenommen wurde setzte sich mit dem EA in Verbindung und informierte uns darüber, dass sie nun vor der Polizeistation am Tempelhofer Damm einen spontanen Prisoner Support einrichten werden. Das gab uns vom EA die Möglichkeit, alle anderen zu informieren, die uns festgenommene Freund_innen und Bekannte meldeten. So wuchs der Prisoner Support mehr und mehr, und es konnten sogar Schichten eingeteilt werden.

Im Übrigen fiel uns auf, dass die Polizei derart wahllos Leute fest nahm, dass sie viele wieder aus der Wanne heraus entlassen haben, ohne in Gewahrsam verbracht worden zu sein.

Leider hieß dies aber auch für viele, dass sie Verletzungen davon getragen haben. Wir wünschen den Verletzten eine gute Besserung und hoffe, dass ihr euch ärztliche Atteste für eventuelle Gerichtsverfahren besorgt habt.

Auch fiel uns eine wohl neue Repressionspraxis gegen Vermummung auf. Festgenommenen Personen wurde von den Beamt_innen gesagt, sie sollen sich vermummen, woraufhin sie fotografiert wurden. Grundsätzlich gilt: Ihr müsst nicht aktiv an solchen Maßnahmen mitwirken! Im Ergebnis werden die Bullen euch eventuell den vermeintlichen Vermummungsgegenstand selbst umlegen, aber hiergegen solltet ihr unbedingt Widerspruch einlegen, und diesen dokumentieren lassen! Auch wenn dies nach einer legalistischen Protestaktion klingt, haben wir die Erfahrung gemacht, dass Widersprüche nicht umsonst sind. Insbesondere wenn es von den Bullen heißt „Vermummen Sie sich so, wie Sie eben auf der Demo vermummt waren“ könnte dies gegen das Selbstbelastungsverbot verstoßen. Überlegt euch also, ob ihr an dieser Maßnahme wirklich freiwillig mitwirken wollt!
Solltet ihr mit einem Gerichtsverfahren konfrontiert sein, kommt in unsere Sprechstunde. Wir vermitteln Anwält_innen und können gemeinsam eine politische Gestaltung des Verfahrens besprechen.“

Soliparty wegen Demo

Samstag, 27.August, 21:00 Dorfplatz„We never forget“ – Prisoner Support lädt ein zur Soliparty-Dorfplatz-Punkrockpoptrashdisco mit Cocktails und Überraschungen. Eintritt: Spende. Soli für Rote Hilfe/EA für Antirepressionsarbeit im Zusammenhang mit der „Rache für Carlo“-Demo am 17.6.
Die Party findet auch im XB statt.
„Die Ermittlungen zu den insgesamt 37 eingeleiteten Verfahren wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz dauern an.“ (Polizeiticker)

Video/Funk

Folgende Links wurden uns zugeschickt:

Video von der Carlo Gedenk Demo mit Bullenfunk hinterlegt:

Video Download: http://www.megaupload.com/?d=AGHE8V91

Funk als Audiodatei (Gesamte Mittschnitt des Abend) Länge: 2:47 Std.: http://uploaded.to/file/7xc3jx4v

Update:

Video wurde auch hier gehostet: http://www.megavideo.com/?d=AGHE8V91

Text aus Kreuzberg

Folgendes Plakat haben wir an Häuserwänden in Kreuzberg gesichtet:

plakatin36

Plakate in Rom

Diese Plakate sind in Rom aufgetaucht:

plakatrom1

plakatrom2

[FFM] Soli-Aktion für Carlo Giuliani

In der Nacht von Donnerstag, den 21.07.2011 auf Freitag, den 22.07.2011 haben wir die Scheiben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Bornheim eingeworfen. Anlass für diese Aktion war der zehnte Todestag von Carlo Giuliani, der beim G8-Gipfel in Genua von einem Bullen erschossen wurde. Der Polizist wurde von einem italienischen Gericht, wegen angeblicher Notwehr unbestraft, freigesprochen.
Unsere Aktion richtet sich gegen die repressive Staatsmacht, die Menschenleben in Kauf nimmt.

Die Ermordung von Carlo ist kein Einzelfall!
Die Morde seitens der Polizei ziehen sich hin von Toten auf Demonstrationen wie z.B. Conny, bis hin zu der vor kurzem ermordeten Christi Schwundeck im Arbeitsamt in Frankfurt am Main.

Als symbolischer Angriff auf den Staat, der nicht ohne Unterdrückung, Arbeitszwang und Ausgrenzung funktioniert, wurden die Scheiben der GdP eingeworfen.
Außerdem haben wir keinen Bock auf die ständigen Angriffe auf unseren Kampf für ein befreites Leben durch das Konstrukt Staat. Dies impliziert die Ausbeutung des Individuums als Produkt für den Arbeitsmarkt und die Auf- bzw. Abwertung des Menschen, durch seine Funktion für die Nation.

Wir solidarisieren uns mit den weltweiten sozialen Bewegungen.
Für eine revolutionäre Perspektive!
Autonome Glaser-Innung

Münster: Spontandemo für Carlo

munster

Am Mittwochabend (20.7.2011) demonstrierten spontan ca. 30 bis 40 Antifaschist_innen in Münster (Westf.) zum Gedenken an Carlo Giuliani. Anlass war der 10. Jahrestag der Ermordung von Carlo, der während der Anti-G8 Proteste im italienischen Genua durch die Bullen erschossen wurde. Die Demonstration zog geschlossen und lautstark mit Pyrotechnik (auf Böller wurde bewußt verzichtet) durch die Innenstadt. Unter anderem wurden Parolen wie: „Genua das war Mord – Widerstand an jedem Ort“, „No Justice, No Peace – fight the Police“ und ähnliches gerufen. Nebenbei wurden an Passant_innen Flyer verteilt, die Reaktionen darauf waren geteilt. Nachdem nach einer halben Stunde die ersten Bullenwannen auftauchten zerstreuten sich alle Aktrivist_innen. Keinen Moment zu früh, da die Bullen mit einem riesigen Aufgebot (20 Streifen und ein paar Wannen) die Innenstadt kontrollierten. Festnahmen sind uns nicht bekannt. (mehr…)

[Aachen] Demo für Carlo Giuliani

Am Freitag, den 22. Juli fand in Aachen eine Demonstration in Gedenken an Carlo Giuliani statt. Carlo wurde 2001 im Rahmen der Proteste gegen den G8-Gipfel in Genua von Carabinieri (paramilitärische Polizeitruppen) gezielt erschossen. Sein Tod wurde in den Polizeikasernen Genuas, dem Austragungsort des Gipfels, mit Sekt und dem Hitlergruß gefeiert.

Doch die Ermordung Carlos war lediglich „die Spitze des Eisberges“, wie es in einer Rede bei der Auftaktkundgebung am Theaterplatz hieß. (mehr…)

Konzepte offensiver Meinungsbildung

gefunden auf linksunten.indymedia.org:

„Während der Jahrestag der Ereignisse von Genua in Italien schon seit Wochen Gegenstand medialer Berichterstattung ist und sich breite Spektren aus der Linken dort mit dem Thema befassen, ist Carlo Giuliani erst seit der unangemeldeten Demo am 16. Juli hier wieder auf die Tagesordnung gekommen.

Anscheinend hat das bewusste Nichtanmelden der Demonstration in Kreuzberg also einen Erregungskorridor geöffnet, indem sowohl Linksradikale agieren als auch die Presse ein Echo gibt. (mehr…)

Saarbrücken: 10. Todestag von Carlo Giuliani

gefunden auf linksunten.indymedia.org:

„Polizeischikane und 13 Festnahmen bei spontanem Demonstrationszug durch die Innenstadt

Am Mittwoch Abend, den 20. Juli 2011, zog eine unangemeldete Demonstration durch die Saarbrücker Innenstadt. Anlass der Demonstrant_innen war der 10. Todestag des italienischen Aktivisten Carlo Giuliani. Dieser wurde während der schweren Auseinandersetzungen, rund um den G8 Gipfel 2001 in Genua von einem Carabinieri ermordet. (mehr…)